Aktionistischer Kongress
»Wem gehört Frankfurt?«
am 16.-18. März 2012
in den Räumen des Studierendenhauses
koordiniert von Gruppen aus dem Netzwerk »Wem gehört die Stadt?«
Es geht weiter!
Hier gibt's die auf dem Abschlußplenum vorgestellten nächsten Termine.
Steigende Mieten, Flughafenausbau und Fluglärm, Großprojekte wie EZB-Umzug, Europaviertel und Kulturcampus, Aufwertungs- und Verdrängungsprozesse in Bockenheim, Innenstadt, Ostend, Gallus und anderswo, teilweise unter Beteiligung öffentlicher Wohnungsbaugesellschaften, fehlende Freiräume für ein selbstbestimmtes Leben... Entwicklungen in der Global City Frankfurt, die im Kontext der globalen Finanz- und Wirtschafskrise betrachtet werden müssen, die mittels »Bankenrettung« zur Schuldenkrise öffentlicher Haushalte gemacht wurde. Es ist an der Zeit die Frage »Wem gehört Frankfurt?« erneut anzugehen. Der Aktionistische Kongress bringt Gruppen, Initiativen und Individuen zusammen, um die genannten und andere Entwicklungen in Frankfurt und Rhein-Main zu analysieren, zu diskutieren, zu kritisieren und um sich zu organisieren.
Essen (auf Spendenbasis) gibt es auch: Samstag ganztägig Buffet und abends was warmes. Sonntag Rest-Buffet und Suppe.
Der Kongress kombiniert zentral gestaltete Plenarveranstaltungen mit dezentral vorbereiteten Sessions.
Freitag, 16.03.2012
19.00-21.00 Uhr
ab 21.00 Uhr
Barabend
Samstag, 17.03.2012
10.00-10.30 Uhr
Auftakt
10.30-12.00 Uhr
- KünstlerInnenselbstvertretung und Kulturhaushalt umverteilen
- Wohnen (bleiben) im Quartier
- Der Mietspiegel und mietpreispolitische Alternativen
- Bürgerpartizipation: Basisdemokratie oder Trojaner
- Endstation Oberursel? - Rassistischer Alltag im Flüchtlingslager vor den Toren Frankfurts
12.30-14.00 Uhr
14.00-15.30 Uhr
Mittagspause und Essen
15.30-17.00 Uhr
17.30-19.00 Uhr
- Genossenschaftliches Wohnen
- Downgrade your city?- Diskussion über Strategien gegen Aufwertungs- und Verdrängungsprozesse (am Beispiel Bockenheim)
- Potentiale und Probleme regionaler, medialer Gegenöffentlichkeiten
17.30-20.30 Uhr
ab 20.30 Uhr
Gemeinsames Abendessen und Barabend
ca. 21.30 Uhr
Performance der Gruppe Red Park
Sonntag, 18.03.2012
10.00-11.30 Uhr
- Institut für Alltagsforschung I
- Proaktive Nachbarschaftsuntersuchungen
- Regionalplanung im Rhein-Main-Gebiet und die Flughafenexpansion in den letzten 20 Jahren
- Wohnprojekt Philosophicum
- Westend und Spekulation am Immobilienmarkt: Damals und heute
12.00-13.30 Uhr
- Institut für Alltagsforschung II
- Außer Kontrolle? - Diskussion von Initiativen und Taktiken gegen Überwachung und neoliberale Sicherheitspolitik
- Der Ausbau der Rhein-Main-Flughafens - Die Global City und ihre Widersprüche
- European Day of Action against Capitalism 31.3.
- Strategien der Aneignung: Besetzen lohnt sich - bleiben auch
- Gemeinschaftlich Wohnen in Frankfurt: Ziele der Wohninitiativen und das Konzept des Leerstandsmelders
14.00-15.00 Uhr
- Abschlußplenum: Wem gehört Frankfurt? Und wie weiter?
ab 15.00 Uhr
Den ganzen Kongress über
Contemporary Closed Circuits / Installationen von Raul Gschrey
Plenum: Armut und Reichtum in der Global City Frankfurt
mit Susanne Heeg, Klaus Ronneberger und Sebastian Schipper
Moderation: Bernd Belina
Themen sind "Frankfurt als Global City" (Klaus Ronneberger), "Flexibel bis zum Anschlag: Bauen und Planen für die Global City" (Susanne Heeg) und "Unternehmerische Stadtpolitik in Frankfurt" (Sebastian Schipper).
KünstlerInnenselbstvertretung und Kulturhaushalt umverteilen
von Stefan Beck (Thing Frankfurt) und Vanja Vukovic
Wie jüngst das Manifest von Haben und Brauchen aufgezeigt hat, werden unter dem Diskurs der "Kreativität" die Leistungen der KünstlerInnen (zb zur Stadtteilaufwertung) gerne und selbstverständlich in Anspruch genommen, ihr Beitrag dazu aber nur unzureichend honoriert. Die Antwort auf diese unschöne Entwicklung kann nur eine verstärkte Selbstvertretung der KünstlerInnen sein, insbesondere gegenüber den politsch Verantwortlichen. Die Session berichtet über die Arbeit von Thing Frankfurt aus letzter Zeit, von der Kommunalwahl 2011, von Occupy Schirn, sowie der Initiative zur Haushaltsumverteilung. Dabei geht es vor allem um einen Erfahrungsaustausch, um die Erörterung der Schwierigkeiten der politischen Verlautbarung gerade im kulturellen Milieu, sowie die Frage nach gemeinsamen Handlungsansätzen.
Weiteres auf: http://www.thing-frankfurt.de/frankfurt/kulturpolitik.
von Bettina Rudhof (Deutscher Werkbund Hessen)
Vor dem Hintergrund des demografischen und des sozialen Wandels geraten die urbanen Lebensweisen immer stärker in den Blick: Immer mehr Leute wohnen allein, in Frankfurt lebt die Mehrheit der BewohnerInnen, derzeit 55% in Einpersonenhaushalten. Doch nicht nur in den Städten, auch in ländlichen Gebieten dominieren die Auflösung traditioneller Haushaltsstrukturen sowie die Abnahme durchgängiger Erwerbs-biographien das gesellschaftliche Leben. Wer im Alter nicht ins Heim und nicht allein sein will, sollte sich etwas einfallen lassen!
Im Workshop werden neue Konzepte aus unterschiedlichen Bereichen vorgestellt. So etwa die zuerst in Rheinland Pfalz gegründeten „virtuellen Wohngemeinschaften“ oder das seit Jahrzehnten bewährte Konzept des integrativen Wohnens, das Selbsthilfefähigkeiten fördert und aktive Nachbarschaften stärkt, wie es die Stadt Bielefeld seit den 1970er Jahren voran treibt: Dort verfügen einige Wohnquartiere über ein Stadtteilzentrum, dessen Mittelpunkt ein Wohncafé bildet, in dem sich alle MieterInnen sowie die BewohnerInnen des Umfeldes treffen können und in dem eine Vielzahl von Veranstaltungen stattfinden. Hier befindet sich auch die offen gestaltete Küche, in der alle Mahlzeiten durch die MieterInnen organisiert werden. Alle MieterInnen des Hauses und alle BewohnerInnen der Nachbarschaft können nach eigenem Wunsch und gesundheitlichem Befinden am gemeinschaftlichen Leben teilnehmen (Bielefelder Modell).
Auch neue Technologien, vor allem ambiente Assistenzsysteme (AAL) können hilfreich sein, um so lange wie möglich selbstbestimmt im vertrauten Wohnumfeld bleiben zu können. Einige, noch immer umstrittene, weil als Überwachungsinstrumente titulierte Ausstattungen für Wohnungen und Quartiere wie Sensoren, die auf Wunsch Bewegungsprofile der Bewohner erstellen, Sturzdedektoren (bsplw. am Bett) und Temperaturanzeigen (bsplw. am Herd), vgl. ARD-Mediathek, die „Giraff“ ein Telepräsenzroboter werden vorgestellt (www.giraff.org). Anderenorts empfiehlt das Kuratorium deutsche Altershilfe (KdA) inzwischen die Einrichtung von Suppenküchen, weil es immer mehr Leute gibt, die unterhalb der Armutsgrenze leben.
Der Mietspiegel und mietpreispolitische Alternativen
von Jürgen Lutz (Mieter helfen Mietern), Anette Mönich und Charly von Außerhalb
In Folge des Mietspiegels von 2010 ist es in Frankfurt zu massiven Mieterhöhungen gekommen. Grund dafür ist unter anderem die Ausweisung von zwei neuen Innenstadtlagen. Im Workshop wird der Mietspiegel als mietpreispolitisches Instrument vorgestellt. Im Anschluss gehen wir der Frage nach, welche lokalpolitischen Alternativen es gibt und was auf Ebene der Bundesgesetzgebung zu ändern wäre, um weitere Mietpreissteigerungen zu verhindern.
Bürgerpartizipation: Basisdemokratie oder Trojaner
von Dirk Treber, Angelika Wahl und Wolf Wetzel
Nicht erst seit den Protesten gegen "Stuttgart 21" entdecken Politiker, Politik- und Wirtschaftsberater ihr Herz für Bürgerbeteiligungen, Planungswerkstätten, Mediation, bei denen die BürgerInnen "mitgenommen werden" sollen. Unklar bleibt allerdings, wohin die Reise geht, was die BürgerInnen an der Endstation erwartet. Welche Erfahrungen machen Initiativen, die gegen die Startbahn-West, gegen den Flughafen-Ausbau, gegen Stuttgart 21, gegen Gentrifizierung angetreten sind und mit dem Zauberwort "Bürgerpartizipation" gelockt und eingebunden werden?
Endstation Oberursel? - Rassistischer Alltag im Flüchtlingslager vor den Toren Frankfurts
von Anti-Lager-Gruppe im Aktionsbündnis gegen Abschiebung Rhein/Main
„Oberursel ist eine sehr lebendige Stadt, in der es sich in jedem Alter gut und komfortabel leben lässt!“ informiert der Internetauftritt des Taunusstädtchens. Für die fast 200 Flüchtlinge im heruntergekommenen Containerlager am Stadtrand gilt das nicht. Sie sind dort - teilweise seit Jahren - auf engstem Raum zusammengepfercht, Privatsphäre gibt es nicht. Zusammengewürfelt aus verschiedensten Ländern der Welt haben nur wenige von ihnen Aussicht auf Asyl. Seit einem Jahr fordern wir als Initiative unter anderem die Schließung des Lagers und die Umverteilung der Flüchtlinge auf Wohnungen. Doch der Hochtaunuskreis, einer der reichsten Landkreise Deutschlands, hat dafür kein Geld. In der Veranstaltung wollen wir mit euch über den Frankfurter „Tellerrand“ schauen und mit Blick auf das Oberurseler Lager über die Verschränkungen rassistischer Asylpolitik mit unsozialer Wohnungspolitik diskutieren. Abschließend wollen wir mit euch überlegen, wie es gelingen kann, das Lager im Bündnis „Wem gehört die Stadt?“ als Thema zu integrieren.
Plenum "Wohnen": Aufwertungs- und Veränderungsprozesse in der Stadt – Ausdruck kapitalistischer Konkurrenzlogik oder politisches Programm?
mit Hans-Dieter von Frieling (Uni Göttingen), Andrej Holm (HU Berlin)
Moderation: Felix Silomon-Pflug
Wie in vielen anderen Städten zu beobachten, ist die Frankfurter Stadtentwicklung gekennzeichnet von Aufwertungs- und Verdrängungsprozessen. Der kürzlich veröffentlichte Mietspiegel steht stellvertretend für diese Entwicklung, auch wenn mit ihm nicht abgebildet werden kann, was Mieter_innen in vielen vormals noch bezahlbaren Stadtteilen erleben. Dies reicht von steigenden Mieten über endlose Wohnungssuchen bis hin zur Notwendigkeit, eine Wohnung aufgeben zu müssen. Was sind die Gründe für diese Entwicklung? Die Antwort auf diese Frage kann im Spannungsverhältnis gesehen werden zwischen strukturellem Zwang kapitalistischer Konkurrenzlogik und politischer Programmatik von konkreten Akteuren.
Hans-Dieter von Frieling (Göttingen) und Andrej Holm (Berlin) werden bei dem Plenum zum Thema Wohnen dieser Frage nachgehen und gleichzeitig versuchen, Perspektiven auf eine andere Stadtentwicklung zu eröffnen.
von Skills-for-Action
In Aktionstrainings erarbeiten wir gemeinsam grundlegendes Wissen und Fertigkeiten, die für unterschiedlichste Aktionen nützlich sind z.B. Großdemos, Blockaden, Kleingruppenaktionen, kreative Protestformen etc. Im Schnuppertraining geben wir euch einen Überblick, was bei einem Aktionstraining so alles passiert und wollen gemeinsam einzelne praktische Übungen, je nach euren Interessenslagen, ausprobieren. Wenn ihr dabei Lust auf "mehr Training" bekommt, schauen wir am Ende, wann und wo das nächste passende Training stattfinden kann. Weitere Informationen findet ihr unter: skills-for-action.de
mit Ismail Ersan (Kinderinsel), Timmo Scherenberg (Hesssischer Flüchtlingsrat), Murat Cakir (Rosa Luxemburg Stiftung)
Moderation: Angelika Wahl
In Frankfurt haben 170 000 Menschen, rund 25 Prozent der Einwohner keinen deutschen Pass. Beispiele für ihre Ausgrenzung stellt Ismail Ersan (Kinderinsel) dem "Integrations-und-Diversitätskonzept" der Stadt Frankfurt gegenüber. Timmo Scherenberg (Hesssischer Flüchtlingsrat) geht auf die Situation der Flüchtlinge ein, die keinen gesicherten Aufenthaltsstatus haben und von Abschiebung bedroht sind. Murat Cakir (Rosa Luxemburg Stiftung) thematisiert Migration im Zusammenhang mit der Entwicklung des Kapitalismus und stellt die Frage, welche Konsequenzen für die antirassistische Praxis zu ziehen sind.
mit Andrej Holm, Petra, Henning, Rolf
Moderation: Café 2 Grad
Unterschiedliche Zugänge zu diesem Thema sind möglich: Einerseits gibt es eine weit verbreitete Kritik am "Greenwashing" einer nicht-ökologischen Stadtentwicklung (in Ffm besonders das Bsp. Flughafenausbau, an der Peripherie in Fechenheim Inbetriebnahme eines Braunkohlefeinstaubkraftwerks), an der sich Konfliktfelder entwickeln - von Protest bis Widerstand. Andererseits werden "Green City"-Konzepte als reale ökolog. Modernisierung und Einbindung in die möglicherweise hegemoniale Struktur eines "Green New Deal" gehandelt (Bsp.: Passivhäuser-Projekte, Umsteuerung des Verkehrs in Richtung weniger PKW-Verkehr in der Stadt). Diese erscheinen gerade unter dem Paradigma "Klimawandel" über "Grün" hinaus mehrheitsfähig.
Was ist von der aktuellen schwarz-grünen Stadtentwicklung in Ffm und den Konzepten ihrer Vordenker (A. Speer) zu halten? Wo könnte sich auch dagegen Widerstand entfalten, gerade wenn die "Green City Konzepte" sozial-ökologische "Paradoxe" (A. Holm) implizieren? Wie kann dieser Widerstand ggf. unterstützt werden?
von Wohngeno
Downgrade your city?- Diskussion über Strategien gegen Aufwertungs- und Verdrängungsprozesse (am Beispiel Bockenheim)
von Krisengruppe
Wir wollen verschiedene Strategien der Abwertung von Stadtteilen vorstellen und diskutieren, ob und wie sie dazu beitragen könnten, ein investorenfeindliches Klima zu schaffen. Denkbar wären Fake- und Spaßguerilla-Aktionen ebenso wie die Selbstorganisierung und Vernetzung der betroffenen Mieterinnen mit der Konsequenz von Besetzungen oder Mietstreiks oder Sabotageaktionen um konkrete Projekte zu verzögern oder gar zu verhindern...
Potentiale und Probleme regionaler, medialer Gegenöffentlichkeiten
von Frankfurter Gemeine Zeitung
Politisch und kulturell widerspenstige Initiativen in Städten stehen immer vor dem Problem einer breiteren Zirkulation ihrer Interpretationen. Ein öffentlicher Nährboden für sie wird eingeklemmt zwischen Medienkonzernen von (Web-)Technik und Leitkultur. Wenig bleibt übrig: die älteren Hoffnungen von einfallsreicher "Gegenöffentlichkeit" verschwinden ausserdem zwischen lokalen Medien der Lifestyle-Events und Social Medias privaten Talks. Die größere politische Aktivierung im Web kommt oft über bloße Event-Orga kaum hinaus, Content aller Art bleibt dabei rar.
Auf kleiner Flamme versucht die regionale Web-Zeitung "Frankfurter Gemeine Zeitung" mit neuen Interpretationen zwischen Stadt, Kultur und Politik sowohl verschiedene Initiativen wie breitere Leserschaft zu verlinken. Dabei möchte sie auch als Sprachrohr von Stadtinitiativen arbeiten und eigene Veranstaltungen anschieben, die gleichzeitig im Web "mitlaufen". Das soll sich auf neue Ideen und Beteiligte ausweiten. Wir möchten das Projekt mit Beispielen vorstellen und einige seiner Probleme diskutieren.
Plenum+Session: Kultur und Kreativität in der Stadtentwicklung Frankfurts
mit Jakob Sturm (basis Frankfurt), Tim Schuster (Offenes Haus der Kulturen) und Kai Vöckler (HfG Offenbach)
Moderation Nitribitt Frankfurter Ökonomien
Das Panel wird sich mit der Bedeutung von urbaner Kultur, Kreativität und der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen für die Stadtentwicklung in Frankfurt auseinandersetzen. Entlang eines historischen Abrisses sowie am Beispiel aktueller Entwicklungen im Bahnhofsviertel und auf dem auf dem zukünftigen "Kulturcampus" wollen wir fragen, welche Rolle die Inkorporierung von Kreativität und Vielfalt für eine neoliberale Stadtentwicklung hat und inwiefern sich Frankfurt als "Kultur- und Kreativstandort" von anderen Städten unterscheidet.
Im Rahmen der anschließenden Session wollen wir gemeinsam mit Jakob Sturm (Basis), Tim Schuster (offenes Haus der Kulturen e.V.) und Kai Vöckler (Professur für Kreativität im urbanen Kontext an der HfG Offenbach) die Rolle von Kreativen zwischen Instrumentalisierung und Schaffung von Freiräumen diskutieren. Wir wollen Möglichkeiten des Widerstandes gegen kulturelle Leuchtturmpolitik sowie gegen die Reduzierung von Kreativität und Differenz auf eine Ökonomie des Spektakels und unternehmerisches Handeln ausloten und fragen wie Kreativität und die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in Frankfurt wieder zum Ausgangspunkt eines Rechts auf Stadt gemacht werden können, das gelebte Differenz als Qualität politischer Prozesse sowie sozialer und kultureller Entwicklung in der Stadt begreift.
von red park
Das Institut für Alltagsforschung widmet sich der Erforschung, Unterwanderung und Revolutionierung der alltäglichen Verhältnisse. Im Workshop werden verschiedene Tools zur praktischen Alltags- und Stadtforschung vorgestellt und ausprobiert. Im Stadtraum wird ein Mapping-Experiment und - wenn die Zeit reicht - eine Intervention zum Thema "Wem gehört die Stadt?" realisiert.
www.alltagsforschung.com
Proaktive Nachbarschaftsuntersuchungen
von Andrej Holm
In Berlin gibt es mittlerweile in mehreren Quartieren "Wem gehört..."-Initiativen, die jeweils mit Fragebögen und Online-Angeboten versuchen, die Eigentümerstrukturen und Mietentwicklungen in ihren Nachbarschaften zu erfassen. Auch wenn nur selten eine umfassende Erhebung gelingt, haben allein die Befragung und die Ergebnispräsentation einen Mobilisierungseffekt. Der Einsatz von Karten hat sich für die Visualisierung, Verbreiterung und als Diskussionsgrundlage als nützlich erwiesen.
Regionalplanung im Rhein-Main-Gebiet und die Flughafenexpansion in den letzten 20 Jahren
von Roger Treuting (BI gg. Flughafenerweiterung)
von Wohnprojekt Philosophicum
In der Auseinandersetzung um die Neuplanung des Campus Bockenheim ist das Gebäude Philosophicum einer der wesentlichen Streitpunkte. Die Interessen zahlreicher Bürger, die Kramerbauten Studentenwohnheim und Philosophicum zu erhalten, und das Bestreben der ABG nach Abriss der Gebäude, um die Grundstücke verdichtet zu bebauen, stehen gegeneinander. Die Wohngruppe Philosophicum hat sich eindeutig positioniert. Sie sieht sich in diesem Quartier als Wohn- und Nachbarschaftsprojekt und will mit genossenschaftlichem Bauen, selbstständigem Sanieren des Gebäudes die Interessen in die eigene Hand nehmen und Alternativen zu der Auslieferung in der existenziellen Frage des Wohnens zum Markt bieten. Das Konzept der Gruppe wird vorgestellt.
Westend und Spekulation am Immobilienmarkt: Damals und heute
von AG Westend und AG Böhmerstraße/Körnerwiese/Leerbachstraße
Ein Einblick in die Konflikte der 1970iger Jahre und die Ergebnisse. Worum geht es in der heutigen Auseinandersetzung? Zielsetzung und Praxis der Bürgerinitiativen im Westend heute.
Außer Kontrolle? - Diskussion von Initiativen und Taktiken gegen Überwachung und neoliberale Sicherheitspolitik
von Marius Köster
Vernetzte Videoüberwachungssysteme als Abschreckung von Street Artists, private Sicherheitsdienste gegen "asoziales Verhalten" im öffentlichen Raum und militärgleiche Kommando- und Aufklärungssysteme bei Großereignissen - der urbane Raum ist zunehmend auch abseits von Kriminalitätsbekämpfung Ort intensiver Überwachung und sozialer Kontrolle. Nach einem kurzen Einstieg zu aktuellen Entwicklungen werden Netzwerke und Initiativen gegen repressive Sicherheitsideologien und ausufernde Überwachungsbefugnisse vorgestellt. Neben etabliertem politischen Aktivismus sollen künstlerische Intervention und experimenteller Widerstand als Möglichkeiten aufgezeigt und diskutiert werden um zu fragen, wie das herrschende Verständnis von sozialen Konflikten als Sicherheits- und Überwachungsproblem erschüttert und die Stadt als "sauberer Ort" für konsumierende Bevölkerungsgruppen im Sinn des Recht auf Stadt herausgefordert werden kann.
Der Ausbau der Rhein-Main-Flughafens - Die Global City und ihre Widersprüche
von Petra Schmidt (BI gg. Flughafenerweiterung)
European Day of Action against Capitalism 31.3.
von Vorbereitungs-AK M31
Auf einem internationalen Treffen linker Gruppen und Basisgewerkschaften aus Griechenland, Deutschland, Spanien, Polen und Österreich im Dezember in Frankfurt a. M. wurde beschlossen: Für den 31. März wird unter dem Motto „M31 – European Day of Action against Capitalism“ zu einem europaweiten Aktionstag gegen die autoritäre Krisenpolitik der Troika aus EU-Kommision, IWF und EZB aufgerufen. Die Session dient der Vernetzung und Vorbereitung des Aktionstages.
Strategien der Aneignung: Besetzen lohnt sich - bleiben auch
von Wolf Wetzel
Am 20. Oktober besetzen TeilnehmerInnen einer studentischen Vollversammlung das Haus in der Schumannstraße 60. Sie machten auf den Widerspruch zwischen skandalösem Leerstand von Landes-Immobilien und der katastrophalen Wohnraumnot in Frankfurt aufmerksam. Während die Polizei das Haus noch am gleichen Abend mit brutaler Gewalt räumte, bekundeten zahlreiche BürgerInnen ihre Solidarität mit den jungen Menschen.
So ist in den „Häuserkampf von oben“ (Vertreibung, Mieterhöhungen, Umwandlung in Eigentumswohnungen, Gentrifzierung usw.) glücklicherweise auch Bewegung von unten gekommen.
In Frankfurt sind ebenso wie in anderen Städten zahlreiche Initiativen entstanden: MieterInnen-Initiativen, Recht auf Stadt-Gruppen, Gruppen gegen Privatisierungspläne und Großprojekte...
Es gibt viele grundsätzliche Fragen, die alle Initiativen beantworten müssen/sollten und es gibt hoffentlich auch den Wunsch, die unterschiedlichen Initiativen zusammenzubringen, gemeinsame Strategien zu Entwickeln.
Raum für gemeinschaftliche Wohnprojekte in Frankfurt! - www.leerstandsmelder.de
von Birgit Kasper (Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen e.V.)
Wir würden gern das Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen e.V. vorstellen, welche Wohnprojekte es gibt und welche Ziele die bestehenden Wohninitiativen verfolgen. Außerdem haben wir seit Dezember ein neues "Instrument", den Leerstandsmelder, den wir bekannt machen möchten, um damit nicht nur auf den immensen Leerstand in Frankfurt hinzuweisen, sondern auch um konstruktive Ideen zur Umnutzung zu diskutieren (www.gemeinschaftliches-wohnen.de und www.leerstandsmelder.de/frankfurt).
Antirassistischer Stadtrundgang
von No Border ffm
Treffpunkt: vor dem Studierendenhaus um 16.30 Uhr
Ausgrenzung und rassistische Diskriminierung sind nicht nur Folgen eines „institutionellen Rassismus“, also von strukturellen Bedingungen, sondern verdichten sich an auch in konkreten gesellschaftlichen Praktiken und somit an konkreten Orten. Der Stadt als Schaltstelle der politischen Macht und infrastrukturellem Zentrum kommt dabei besondereBedeutung zu: Hier befinden sich die Schauplätze rassistischer Sonderbehandlung – und sei es gerade dadurch, dass Einzelnen das "Recht auf Stadt" systematisch verwehrt wird.
Die NoBordergruppe ffm hat einen „antirassistischen Stadtrundgang“ für Schulklassen und Jugendgruppen konzipiert, den wir auf dem Kongress vorstellen wollen (auch um ihn mit euren Rückmeldungen zu verbessern, denn der Rundgang ist noch in der Planungsphase).
An verschiedenen (symbolischen) Orten wollen wir nachvollziehbar machen, wie Flüchtlingen und MigrantInnen in den Bereichen Wohnen, Leben,Arbeiten, Mobilität, Recht und Aufenthalt Teilhabe systematisch verwehrtwird. Widerständigkeit und die Kämpfe gegen den rassistischen Normalzustand geben dabei unsere Blickrichtung vor.
Unsere antirassistische Stadtführung bewegt sich auf relativ kleinem Raum rund um die Konstablerwache. Wir fahren gemeinsam mit der U-Bahn dorthin und treffen uns vor dem Studierendenhaus um 15.00 Uhr.
Contemporary Closed Circuits. Subversive Dialoge.
von Raul Gschrey
Foyer
Visuelle Überwachung im öffentlichen Raum ist in den Innenstädten Europas zu einer allgegenwärtigen Erscheinung geworden. Doch wie verändert die Präsenz des alles sehenden Auges das Verhalten des beobachteten Objekts? In dokumentarischen, interaktiven und performativen Arbeiten werden die Mechanismen der Beobachtung und Kontrolle untersucht und subversive Möglichkeiten zur Diskreditierung der Technologien erprobt.
Kontakt: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.


